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OBERTONGESANG

INHALT

Obertongesang

-> Ursprung & Heimat
-> Die Melodik des einzelnen Tones
-> Gesangstechniken

 

-> Seminarangebot

URSPRUNG & HEIMAT

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Die Kunst des Obertonsingens ist eine archaisch- ursprüngliche Gesangstechnik, die ihre Wurzeln in den schamanischen Traditionen prähistorischer, nomadischer Kulturen hat. Heutzutage wird sie hauptsächlich mit zentral- bzw. ostasiatischen Ländern wie Tibet, Tuva, oder der Mongolei in Verbindung gebracht. Da die Völker dieser Länder bis in die heutige Zeit ausgeprägte schamanische Traditionen besitzen, die in einer ununterbrochenen Linie von einer Generation an die nächste überliefert wurden, und sich glücklicherweise aufgrund der geografischen Bedingungen des Kulturraumes, in dem sie existieren, vor den Fängen des Kommunismus retten konnten, bieten sie nicht nur eine ausgesprochen vielfältige Informationsquelle über die Musikpraktiken in prähistorischen Zeiten, sondern lassen auch Rückschlüsse auf andere Techniken und deren Verwendung bzw. Wirkweise zu. Wenige wissen nämlich, daß der Obertongesang ursprünglich interkulturell in allen Kontinenten zuhause war. In Europa war er bis zur Einführung des mehrstimmigen Gesanges (Konzil v. Trient - 2. Hälfte des 16. Jhdts.) mit dem einstimmigen Gesang der Gregorianik (cantus planus) vertreten.

DIE MELODIK DES EINZELNEN TONES

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Beim Obertonsingen werden, wie der Name schon sagt, Melodien mithilfe von Obertönen erzeugt und gebildet - genauer gesagt werden die verschiedenen Obertöne aus einem Vokal oder einem Laut isoliert und zu Melodien verwoben. Die Laute und Vokale werden mit einem Grundton intoniert, der ähnlich wie ein Bordun die Basis für den Gesang bildet. Dieser Grundton zeigt sich für die horizontale Ausrichtung des Obertongesanges verantwortlich und bewirkt seine tranceinduzierende Wirkung. Durch die parallel zum Grundton entstehenden vertikalen Frequenzmuster der Obertöne, die bis in unhörbare Bereiche mitschwingen, entsteht seine zusätzliche mystische Wirkung.

Der Mensch wird mit der Ahnung der ihn umgebenden Unendlichkeit konfrontiert, die ihn automatisch dazu führt sich auf sich selbst und sein Innenleben zu besinnen und zu konzentrieren. Gleichzeitig führen die verlängerten Atemphrasen zu dem Erlebnis der inneren Ruhe, die seine Aufmerksamkeit auf das Nachhorchen der Obertonfrequenzen in innere und äußere Räume richtet. Die scheinbaren Gegensätze von Aktivität und Passivität vereinen sich im "Daseinlassen" der Achtsamkeit, die gemeinsam mit dem Echo der inneren Stille immer tiefere Zugänge zu den Bereichen des Selbst verrät. In der Verschmelzung des inneren Klangraums mit dem äußeren findet der Sänger schließlich sein intuitives Vertrauen zu der Natur seiner Umgebung, da er sich selbst als grundsätzlich mit den Prozessen der Schöpfung vereint erkennt. Er findet Zufriedenheit im Einklang.

GESANGSTECHNIKEN

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Neben der Fülle der verschiedenen traditionellen asiatischen Techniken gibt es drei Techniken, die hauptsächlich für die Erzeugung von Obertönen verwendet werden:

  • Die Technik der unteren Reihe

  • Die L-Technik

  • Die Technik der oberen Reihe

Diese drei Techniken unterscheiden sich im Wesentlichen durch das Ansingen verschiedener Vokale, auf denen die Obertöne aufbauen. Um verschiedene Vokale artikulieren zu können, bedienen wir uns verschiedener Lippen-, Zungen- und Kieferstellungen, die durch ihre Kombination einen ganzheitlichen Zugang zu verschiedenen Frequenzbereichen ermöglichen.

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