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Geografisch
gesehen liegen die Ursprünge der nordamerikanischen
Indianerflöte in den von Indianerstämmen
besiedelten Gegenden nördlich von Mexiko,
wobei die dichteste Konzentration ihrer
Verbreitung im Plains-Plateau Nordamerikas
stattfand. Sie wurde von den Stämmen
der Iroquois, Menominee, Winnebago, Ojibwa,
Meskwaki, Mandan, Hidatsa, Cree, Sioux,
Pawnee, Crow, Arpaho, Kiowa, Blackfoot,
Omaha, Cheyenne, Nez Perce, Flathead, Kutenai,
Thompson, Okanagon, Sanpoil, Kalipsel, Coeur
d´Alene, Tenino, Umatillo, Northern
Ute, Northern Shoshone, Apache, Paiute,
Taos, Lipan, Mohave, Shawnee, Alabama, Creek,
Yuchi und Seminole verwendet.
Mythologisch
gesehen gibt es viele Geschichten über
den Ursprung der Flöte. Eine Dakota-Legende
erzählt davon, daß Elch-Männer
einem jungen Mann halfen das Herz eines
Mädchens zu gewinnen, indem sie ihm
eine Flöte gaben - Siehe Geschichte
unten...
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"DIE GESCHICHTE VON DEN ELCH-MÄNNERN,
DIE EINEM JUNGEN MANN HALFEN DAS HERZ EINES
MÄDCHENS ZU GEWINNEN"
"Vor
langer Zeit lebte ein junger Mann, der sehr
schüchtern war. Er war tapfer in der
Schlacht und führte die Büffeljagd
mutig an, aber wenn es darum ging, daß
er dem Mädchen, das er liebte und das
er heiraten wollte, von seiner Liebe erzählen
sollte, so war er zu schüchtern dazu.
Während andere Männer mit ihren
Werbegeschenken vor dem Tipi des Mädchens´
Vater standen, konnte er nur hilflos und
mit zu Boden gesenkten Augen dastehen.
Tag und Nacht dachte der junge Mann an das
Mädchen. In seinen Träumen stand
sie vor ihm, aber sogar dann konnte er nicht
den Mut fassen, um ihr von seiner Liebe
zu erzählen. Er beobachtete sie aus
der Ferne, wenn sie Wasser vom Fluß
holte, und sein Herz war schwer wenn er
sah, wie andere junge Männer mit Leichtigkeit
mit ihr sprachen. So war er sicher, daß
das Mädchen keinerlei Notiz von ihm
nahm.
Eines Tages verließ er wehen Herzens
das Lager und wanderte einsam umher. Gedankenlos
und voller Trauer nahm er seinen Bogen und
schoß einen Pfeil in die Luft ab.
Zu seinem Erstaunen blieb dieser hoch oben
im Himmel und es schien ihm, als würde
er auf etwas zeigen. Er folgte der Richtung,
in die der Pfeil wies und merkte, daß
er beim Gehen mit ihm Schritt hielt. So
folgte er ihm den ganzen Tag, und als der
Abend kam fiel der Pfeil vom Himmel und
landete neben einem Bach.
Der junge Mann verbrachte die Nacht neben
dem Fluß und schoß am Morgen
erneut einen Pfeil in die Luft ab. Wieder
blieb der Pfeil in der Luft und führte
ihn weiter, um am Abend wieder neben einem
Fluß vom Himmel zu fallen. So ging
das ganze vier Tage lang.
Am Abend des vierten Tag begann der junge
Mann am Rande eines Waldes einzuschlafen.
In halbwachem Zustand, an der Grenze des
Träumens, erschienen ihm zwei Elch-Männer
und erzählten ihm, daß sie gekommen
waren um ihm zu helfen. "Wir sind gekommen,
um dir diese Flöte zu geben",
sagte einer der beiden, und als er in die
Flöte blies, die er bei sich trug,
ertönte ein so schöner Klang,
daß sogar der Wald atemlos stand,
um zuzuhören.
Der Elch-Mann sagte zu ihm: "Diese
Flöte ist gefertigt aus Zedernholz,
weil Zedern dort wachsen, wo die Winde blasen.
Specht hämmerte diese Grifflöcher
mit seinem Schnabel in das Flötenrohr."
Der andere Elch-Mann sagte zu ihm: "Alle
Vögel und Tiere halfen dabei, diese
Flöte zu machen, und ihre Stimmen singen
mit in ihrem Klang. Wenn du diese Flöte
also für das Mädchen spielst,
das du liebst, so singen alle unsere Stimmen
mit dir. Deine Musik wird die Worte der
Liebe sprechen, die deine Stimme nicht zu
sprechen vermag." Dann waren die Elch-Männer
verschwunden und hinterließen ihm,
auf Salbeiblättern liegend, die Flöte.
Leichten Herzens machte sich der junge Mann
am nächsten Tag auf den Nachhauseweg.
Während er ging spielte er die Flöte
und die Kraniche stimmten mit ein in sein
Lied. Vier Tage lang wanderte er und spielte
seine Musik, während er den Stimmen
und Geräuschen der Tiere und Vögel
lauschte. Mit seiner Flöte imitierte
er diese Klänge, und aus ihnen machte
er dann Melodien.
Am Abend des vierten Tages erreichte er
den Hügel, der über seinem Lager
lag. Dort machte er eine Pause, um seine
Flöte zu spielen, und der Klang der
lieblichen Musik wurde ins Lager getragen
und drang dort in das Herz jeder Frau.
Aber das Mädchen, das er liebte, wußte,
daß die Musik direkt zu ihrem Herzen
sprach. Sie verließ ihr Tipi und ging
auf den Hügel zu dem jungen Mann. Dort
lauschte sie den Worten in seiner Musik,
die mehr ausdrückten, als es seine
Stimme je vermocht hätte."
Quelle:
"Love Flute", Paul Goble (Aladdin
Paperbacks, 1997), Übersetzung ins
Deutsche: Bernhard Mikuskovics, 12. Jänner
2003
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Die
traditionelle Weise des Flötenbauens
sieht die Einzigartigkeit jedes Instrumentes
vor: Weil sie ein sehr persönliches
Instrument ist und meistens von demjenigen,
der sie spielt, selbst gebaut wird,
soll kein Instrument einem anderen
gleichen, ähnlich wie ein anderes
klingen oder aussehen.
Eine
typische Flöte aus der Plains-Region
wird aus einem Stück roten Zedernholzes
gefertigt, das der Länge nach
auseinandergeschnitten und danach
ausgehöhlt wird. Ein dünner
Block, der innerhalb des Luftkanals
überbleibt, teilt das Flötenrohr
in zwei verschiedengroße Kammern.
Auf beiden Seiten werden neben dem
Block, der das Flöteninnere teilt,
Löcher in die Oberseite der Flöte
hineingeschnitten. Nach dem Verleimen
der beiden Teile wird die Oberfläche
bei diesen Löchern glatt geschliffen
und danach mit einem hölzernen
Block, der die Form eines Totemtieres
hat, abgedeckt. Dadurch bildet sich
ein externer Luftkanal, an dessen
Ende sich der Luftstrom spaltet, wodurch
der Ton entsteht. Traditionell werden
entweder fünf (eine Gruppe zu
zwei und eine Gruppe zu drei) oder
sechs (zwei Gruppen zu drei) Grifflöcher
in das Flötenrohr eingebrannt.
Die
Positionierung der Löcher wurde
ursprünglich individuell, der
Intuition des Flötenbauers bzw.
wo die Finger angenehm auflagen, vorgenommen.
Durch diese Arbeitsweise wurde die
Stimmung einer jeder Flöte einzigartig.
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Herstellung
auf Anfrage
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